Seit anderthalb Jahren steht dieses 265 Gramm schwere Fundstück als Briefbeschwerer auf meinem Schreibtisch - jetzt habe ich es näher angesehen und Details wie die winzige Wabenstruktur in seinem Inneren entdeckt.
Als ich im Februar die Rheinwiesen besuchte, um nachzusehen, ob sich das Hochwasser schon zurückgezogen hatte, fand ich unter den Pappeln in Ufernähe dieses Gebilde, filiganer als geklöppelte Spitze: ein Pappelblatt, von dem fast nur noch die Blattadern übrig waren:
Kürzlich habe ich diese alte Buche am Rheinufer ausgemessen. Ihr Stamm hat in Brusthöhe einen Umfang von 471 Zentimetern und ist demnach etwa 276 Jahre alt:
Alte Buche am Rheinufer (Nähe Seilbahnstation)
An diesem Standort ist das durchaus möglich, aber für einige andere Kölner Baumriesen und -senioren geben die einschlägigen Tabellen und Tools, die ich im letzten Beitrag vorgestellt habe, unplausibel hohe Werte an. So ist es unwahrscheinlich, dass die Preußen in den Festungsrayons, die heute den Inneren Grüngürtel bilden, größere Bäume geduldet haben.
Wo stehen die ältesten und imposantesten Bäume Kölns? Da sich das Kölner Baumkataster als völlig unzuverlässig erwiesen hat, bleibt mir nichts anderes übrig, als interessante Bäume auf meinen Spaziergängen selbst zu bestimmen und ihr Alter zu schätzen. Wie aber macht man das, wenn man keine Jahresringe zählen kann? Wie findet man heraus, wann etwa die mächtige, stark zurückgeschnittene Pappel rechts neben diesem Teich am Theodor-Heuss-Ring gepflanzt wurde?
Bäume im Park am Theodor-Heuss-Ring in Köln; rechts eine alte Pappel
In der Kölner Stadtbibliothek habe ich drei thematisch verwandte Bücher ganz unterschiedlicher Machart ausgeliehen, um meiner jungen Stadtbaum-Leidenschaft zu frönen: