Bäume

Eine kunterbunte Baum-Kolumne: Stadtbäume und was sie alles aushalten müssen, Klima und Bäume, Naturdenkmäler, Mythen und Sagen, große und kleine Baumbewohner, Anatomie und Physiologie der Bäume, Ökologie und Evolution, Nutzung und Nutzen ...

Schnee, der an den Ästen und Zweigen haftet, kann die Konturen eines kahlen winterlichen Baums betonen, aber auch verschwimmen lassen - vor allem, wenn es gerade dicke Flocken schneit wie hier. Beim Besuch der Hubertusbuche in der Nähe von Blankenheim (Eifel) haben wir beides gesehen. Ist diese Gestalt nun "typisch Rotbuche"? Gibt es das überhaupt: eine charakteristische Silhouette, einen typischen Habitus einer Baumart?

Im vergangenen Winter, als ich anfing, mein Baumwissen aufzufrischen, tat ich mich mit der Bestimmung vieler Exemplare an den Straßen und in den Parks von Köln ziemlich schwer: Das Laub, die Blüten und die meisten Früchte entfallen dann als Bestimmungsmerkmale; die Gestalt der Bäume ist oft durch ihren Standort (etwa enge Häuserschluchten) oder durch Beschnitt beeinflusst. Also habe ich versucht, mich an der Rinde zu orientieren. Das ist nicht trivial! Machen wir jetzt, im Sommer, doch mal einen kleinen Test.

Wie würdet ihr diese Rinde beschreiben? Auf was für eine Baumart tippt ihr?

Das ist eine sogenannte Streifenborke, also das von Längsfurchen durchzogenen tote Material außerhalb der lebenden Bastschicht der Rinde. Dieses Material heißt Kork, und tatsächlich ist es bei Korkeichen besonders stark ausgeprägt. Aber auch bei den hiesigen Eichen und vielen anderen Bäumen, etwa den Robinien, finden wir eine knorrige Streifenborke. Ich löse noch nicht auf ...

Vor einer Woche war ich mal wieder am Rheinufer im Kölner Norden. Neben Weiden stehen dort auch Silber-Pappeln im Sand, die ihren Namen den behaarten, silbrig oder weiß schimmernden Blattunterseiten verdanken - ähnlich wie die Silber-Weiden und Silber-Ahorne:

 Auf einmal fiel mir diese seltsame Zigarre auf: ein eng aufgerolltes vertrocknetes Blatt in einem ebenfalls aufgerollten grünen Blatt.

Was mochte wohl im Inneren stecken, und wer hatte die Zigarre gerollt?

Nach den Silber-Weiden und einigen ihrer Bewohner und Besucher stelle ich zum Abschluss der kleinen Weiden-Artikelserie noch ein Insekt vor, dessen Lebenszyklus ich dieses Frühjahr miterlebt habe. Den Anfang machte diese Beobachtung:

Wie am Ende des letzten Artikels geschrieben, hielt ich dies zunächst für die Larve eines Zweiundzwanzigpunkt-Marienkäfers (Psyllobora vigintiduopunctata), aber das Punktmuster stimmt nicht ganz. Auf der Website iNaturalist erfuhr ich, dass der fertige Käfer, die sogenannte Imago, nicht 22 Punkte hat (vigintiduopunctata), sondern nur zwanzig (Chrysomela vigintipunctata) - und kein Marienkäfer ist, sondern passenderweise ein Gefleckter Weidenblattkäfer.