Bäume

Eine kunterbunte Baum-Kolumne: Stadtbäume und was sie alles aushalten müssen, Klima und Bäume, Naturdenkmäler, Mythen und Sagen, große und kleine Baumbewohner, Anatomie und Physiologie der Bäume, Ökologie und Evolution, Nutzung und Nutzen ...

Ahorn, könnte man meinen, ist gleich Ahorn. Nichts da! Es gibt zahlreiche Arten, die sich unter anderem in ihrer geografischen Herkunft, dem bevorzugten Ökosystem, ihrer Blütengestalt und -farbe, dem Winkel zwischen ihren Flügelnüssen, ihrer Blattform, ihrem Lichtbedarf und ihrer Blüte- und Laubaustriebzeit unterscheiden. Am bekanntesten sind vielleicht der Feld-, der Berg-, der Spitz- und der Silber-Ahorn. Einen Feld-Ahorn habe ich in Köln noch nicht entdeckt. Den Silber-Ahorn mit seinen sehr frühen, roten Blüten habe ich neulich bereits vorgestellt

Anders als der Silber-Ahorn, der im Februar lange vor dem Blattaustrieb blüht, ist der Spitz-Ahorn erst im März und April dran mit seiner Blüte, die nahtlos in den Blattaustrieb übergeht. In der Mitte der linken dieser gelbgrünen Doldentrauben erkennt man schon die ersten, noch zusammengefalteten Blättchen:

Kurz darauf entfalten sich die Blätter, deren Form dem Spitz-Ahorn seinen Namen gibt:

Der Silber-Ahorn am Kölner Theodor-Heuss-Ring war früh dran, ihm reichte es schon im Februar mit dem winterlichen Grau. Er blüht farbenfroh - zumindest, wenn man genau hinsieht oder eine Kamera mit Teleobjektiv bemüht, denn seine Blüten sind klein: 

Der Silber-Ahorn ist stets einer der ersten Bäume, die den Hummeln und Bienen etwas bieten können, wenn der Spätwinter oder das Vorfrühjahr warm genug ausfallen ist für frühe Sammelflüge. Nach dem praktisch ausgefallenen Winter 2019/2020 hat er in Köln besonders schnell losgelegt.

Als ich im Februar die Rheinwiesen besuchte, um nachzusehen, ob sich das Hochwasser schon zurückgezogen hatte, fand ich unter den Pappeln in Ufernähe dieses Gebilde, filiganer als geklöppelte Spitze: ein Pappelblatt, von dem fast nur noch die Blattadern übrig waren: 

Wie geht ein solcher Abbau vor sich?

Kürzlich habe ich diese alte Buche am Rheinufer ausgemessen. Ihr Stamm hat in Brusthöhe einen Umfang von 471 Zentimetern und ist demnach etwa 276 Jahre alt: 

Alte Buche am Rheinufer (Nähe Seilbahnstation)

An diesem Standort ist das durchaus möglich, aber für einige andere Kölner Baumriesen und -senioren geben die einschlägigen Tabellen und Tools, die ich im letzten Beitrag vorgestellt habe, unplausibel hohe Werte an. So ist es unwahrscheinlich, dass die Preußen in den Festungsrayons, die heute den Inneren Grüngürtel bilden, größere Bäume geduldet haben.