Bäume

Eine kunterbunte Baum-Kolumne: Stadtbäume und was sie alles aushalten müssen, Klima und Bäume, Naturdenkmäler, Mythen und Sagen, große und kleine Baumbewohner, Anatomie und Physiologie der Bäume, Ökologie und Evolution, Nutzung und Nutzen ...

Nach der Einführung in die Lebenweise der Silber-Weide im ersten Teil stelle ich heute einige Lebewesen vor, die auf oder von diesem Baum leben oder ihn zumindest ab und zu besuchen. Einmal tropfte mir etwas auf den Kopf, als ich unter einer der Weiden am Molenkopf stand - obwohl es nicht regnete. Es war die sogenannte Kuckucksspucke:

Sie stammt nicht vom Kuckuck, sondern von einem kleinen Insekt: der Weidenschaumzikade.

Im Frühjahr war ich oft in den nördlichen Kölner Rheinauen unterwegs, etwa am Molenkopf zwischen dem Niehler Hafen und dem Fluss. Hier, am Rheinkilometer 695, wachsen neben Pappeln viele Silber-Weiden - so genannt wegen der silbrig schimmernden Unterseite ihrer lanzettförmigen Blätter, wie rechts im Bildvordergrund zu sehen:

In drei Artikeln möchte ich euch diese Bäume, ihre Bewohner und Besucher im Allgemeinen sowie einen Weiden-Plagegeist im Besonderen vorstellen. Fangen wir mit der Silber-Weide (Salix alba) an: Was zeichnet sie aus, was braucht sie, wie prägt sie ihre Umgebung?

Im Wäldchen hinter dem "Fort X", dem Überrest einer preußischen Befestigungsanlage im Kölner Norden, steht eine Gruppe von fünf Buchen. Vier von ihnen sind gewöhnliche Rot-Buchen - so genannt wegen ihres rötlichen Holzes, nicht wegen ihres Laubs, denn das ist grün. Die fünfte ist eine Blutbuche; sie hat wirklich rotes Laub:

Blutbuchen sind eine Varietät innerhalb der Art Rot-Buche, Fagus sylvatica. Angeblich gehen 90 Prozent aller Blutbuchen der Welt auf einen einziges mutiertes Exemplar zurück, das für 1690 in Thüringen verbürgt ist. Ihr Laubaustrieb im Frühjahr, der fast gleichzeitig mit der Blüte erfolgt, ist spektakulär:

Ja, es stimmt: Ich habe gerade eine Ahorn-Phase. Eine Ahorn-Manie. Einen Ahorn-Crush. Bevor ich mich anderen Bäumen zuwende, muss ich noch einmal über sie schreiben und viele Fotos zeigen! Denn was ich im Winter noch gar nicht richtig ermessen konnte, weil mir die Bestimmung anhand der bloßen Rinde und Wuchsform schwerfällt: Köln ist rappelvoll mit Ahornbäumen. Jetzt, im Frühling, können wir uns die Unterschiede in der Blattform, den Blütenständen, den Samen und der Rinde der häufigsten Arten gut einprägen.

Ich zeigte hier in jeder dieser Kategorien den Berg-, den Eschen-, den Feld-, den Silber- und den Spitz-Ahorn. Es gibt noch weitere Ahorne in der Stadt, nicht zuletzt als exotische Ziergewächse in Vorgärten, aber von diesen fünf Arten habe ich die wichtigsten Merkmale in den letzten Wochen auf öffentlichem Gelände (Straßen und Parks) systematisch fotografiert.

Blätter 

Beim Berg-Ahorn haben die Finger und auch die meisten kleineren Zähne am Blattrand eine konvexe Kontur: Die Spitzen sind stumpf.

 

Den Eschen-Ahorn werden viele nicht kennen - und auch nicht für einen Ahorn halten, denn seine Blätter sind so tief gelappt, dass sie in mehrere Teilblättchen zerfallen. Man spricht von "gefiedert" - wie eben bei der Esche.