Bäume

Eine kunterbunte Baum-Kolumne: Stadtbäume und was sie alles aushalten müssen, Klima und Bäume, Naturdenkmäler, Mythen und Sagen, große und kleine Baumbewohner, Anatomie und Physiologie der Bäume, Ökologie und Evolution, Nutzung und Nutzen ...

Der vergangene Monat war ein außergewöhnlich kalter April, zumindest für das 21. Jahrhundert: dem Deutschen Wetterdienst zufolge der kälteste seit 40 Jahren. Vermutlich hat das zu jenem außergewöhnlichen, höchst eindrucksvollen Phänomen beigetragen, über das ich hier mit vielen Bildern berichte.

Am 9. April habe ich nach der Arbeit noch eine kleine Runde auf dem Rad gedreht, wie üblich am Rheinufer im Kölner Norden. Da ich nicht viel Zeit hatte und nichts Besonderes zu sehen erwartete, hatte ich nur das Smartphone mit der schlechten Kamera dabei. 

Ein noch völlig kahler Baum hatte seine Warnweste angezogen: Er war über und über mit orange leuchtendem Schleim überzogen, vor dem ich hier wegen des knackigen Farbkontrasts einen Frühblüher fotografiert habe, den Gundermann:

Vergangenes Wochenende haben ich so viele Schwarz-Erlen gesehen wie schon ewig nicht mehr: Gleich zu Beginn einer Wanderung im Westerwald saß ein Kernbeißer im Wipfel einer Erle, umrahmt von Kätzchen und "Zäpfchen", also von den diesjährigen männlichen Blüten und den letztjährigen weiblichen Fruchtständen dieses einhäusigen Baums.

Der Wanderweg führte uns an mehreren Bachläufen entlang, die von Hunderten Exemplaren dieses feuchtigkeitsliebenden Pionierbaums gesäumt waren:

Eindrucksvolle Flurbäume sind im Kölner Umland selten: Die meisten landwirtschaftlich genutzten Flächen sind zu aufgeräumt für Baum-Senioren, die unproduktiv in der Gegend herumstehen. Daher dient mir hier ein Gegenlicht-Kitschfoto von einer Heide-Winterwanderung in der Eifel als Aufhänger, um auf das schöne Blog von Rudolf Rippel hinzuweisen. das den Flurbäumen zwischen Freising und Pfaffenhofen gewidmet ist.