Sogenannte Schneckenkönige – Gehäuseschnecken mit einem linksgewundenen Haus – sind extrem selten, und ihr Defekt vererbt sich nur über die "Mutter": dasjenige zwittrige Elterntier, das die Eizelle beisteuert. Denn die Windungsrichtung wird schon bei der ersten, asymmetrischen Teilung der befruchteten Eizelle festgelegt, die durch die "mütterlichen" Proteine im Cytoplasma determiniert ist.

Wie Angus Davidson und seine Mitarbeiter von der University of Nottingham nun herausgefunden haben, beschränkt sich der Spiegel-Effekt zumindest bei Spitzhorn-Schlammschnecken (Lymnaea stagnalis) nicht auf das Gehäuse: Auch die einseitige Verschmelzung zweier Nervenknoten, die das Paarungsverhalten steuern (Parietal- und Viszeralganglion), ist bei den Schneckenkönigen gespiegelt.

Wie Hai Cheng von der Universität in Minnesota und seine Kollegen Anfang November in Science (Bd. 322, S. 940) berichteten, korreliert der Niedergang der chinesischen Dynastien Tang, Yuan und Ming stark mit der Wachstumsgeschwindigkeit von Stalagmiten in der Wanxiang-Höhle in der chinesichen Provinz Gansu. Die Wachstumsgeschwindigkeit wiederum hängt direkt von der Niederschlagsmenge im entsprechenden Jahr ab. In Trockenzeiten mit schwachen oder ausbleibenden Monsunregenfällen wachsen die Kalkablagerungen oft nur etwa einen Millimeter in 100 Jahren; bei normal starken Niederschlägen sind es – je nach den örtlichen Gegebenheiten – etwa 10 Millimeter in 100 Jahren.

Gefäßpflanzen sind – wie im Beitrag über ihre Gestalt ausgeführt – modulare Lebensformen, die gegen viele Schäden, die ihr stationäres Dasein mit sich bringt, relativ unempfindlich sind: Entweder sie reparieren die Schäden, oder sie ersetzen die ausgefallenen Module durch neue.

Neue Blatt- oder Blütenanlagen (Primordien) werden in einem Gewebering knapp unterhalb der Spross-Scheitelpunkte angelegt, der besonders teilungsfreudige Stammzellen enthält: dem Apikalmeristem. Die Zellteilung und die Bildung neuer Knospen werden dabei von Pflanzenhormonen wie Auxin oder den Cytokininen angeregt bzw. gehemmt, die unter anderem in den bereits bestehenden Knospen ausgeschüttet werden.